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Casa di Colombo, Porta Soprana und Kreuzgang S. Andrea

Columbus' House, Porta Soprana City Gate and St. Andrew Cloister

Casa di Colombo (Haus des Kolumbus)

Ohne ihn hätte die Geschichte einen andern Lauf genommen, denn wir alle wissen, dass Christoph Kolumbus mit der Entdeckung Amerikas am 12. Oktober 1492 die Frühe Neuzeit entscheidend prägte.

Kolumbus ist wahrscheinlich der weltweit berühmteste Genuaner und lebte mutmaßlich zwischen 1455 und 1470 in diesem kleinen Haus, das heute als Casa di Colombo bekannt ist und sich im Herzen der Altstadt nahe der Piazza Ferrari befindet, unweit von dem Stadttor Porta Soprana. Das Bauwerk erstreckt sich heute über zwei Stockwerke und beherbergte im Erdgeschoss die Werkstatt des Vaters, Domenico Colombo, ein Wollweber und Händler, während im ersten Stock die Familie lebte. Das heutige Gemäuer ist wahrscheinlich eine Rekonstruktion aus dem 18. Jahrhundert des mittelalterlichen Gebäudes, in dem Kolumbus seine Kindheit und Jugend verbrachte. Wahrscheinlich fiel das Haus den Bomben zum Opfer, die von der französischen Flotte Königs Ludwig XIV 1684 über Genua abgefeuert wurden. Laut dem Genueser Historiker Marcello Staglieno, der das Haus von Kolumbus entdeckt haben will, hatte es zur Zeit des berühmten Seefahrers zwei oder sogar drei Stockwerke und wurde anhand der originalen Überreste restauriert. Dokumente, die der Historiker in Archiven ausfindig gemacht hat, lassen annehmen, dass der Vater Kolumbus‘ mit seiner Familie 1455 an die Adresse Vico Dritto Ponticello umzog, als der künftige Seefahrer vier Jahre als war. Im Erdgeschoss des Hauses war die Werkstatt eingerichtet, die Zugangstür lag auf der linken Seite der Fassade. Die Holzbalkendecke trennt es vom ersten Stock und zeigt vermutlich den ursprünglichen Aufbau.

1887 wurde das Haus von der Stadt Genua aufgekauft, um eines greifbaren Beweises der Genueser Herkunft des berühmten Seefahrers habhaft zu werden. Das Gebäude wurde dann in das Restaurierungsprogramm der Porta Soprana mit aufgenommen, so dass die Veränderungen der Altstadt zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und den vergangenen 30er Jahren erhalten werden konnten. An der Hauptfassade des Gebäudes ist eine Steinplatte eingelassen, auf der zu lesen ist: „Keinem Haus gebührt mehr Aufmerksamkeit als diesem hier, in dem Christoph Kolumbus in seines Vaters Hauses seine ersten Jahre verbrachte“.

Im Zuge einer Restaurierung 2001 wurden wichtige historisch-archeologische Funde gemacht, nämlich Hinweise auf römische Mauern und einen unterirdischen Abwasserkanal aus dem Mittelalter.

Ein Ensemble an Monumenten

Im Garten hinter dem Haus des Kolumbus liegt der Kreuzgang S. Andrea des gleichnamigen Benediktiner Klosters, der nach seinem Abriss 1904 wieder aufgebaut wurde. Nur ein paar Schritte entfernt erhebt sich das mittelalterliche Stadttor Porta Soprana, eines der wichtigsten Zugänge zur Stadt, an dem niemand aus Osten, der in die Stadt wollte, vorbeikam.

Kreuzgang S. Andrea

Der Kreunzgang S. Andrea wurde 1905, im Zuge des Abrisses des Klosters S. Andrea della Porta, zu dem er seit dem XII. Jahrhundert gehörte, abgetragen. Es ist das einzige Bauwerk, das zum Zeitpunkt der Abbrucharbeiten gerettet wurde. Das Kloster stand ganz in der Nähe des heutigen Kreuzgangs unweit der Porta Soprana. Man erreichte es über einen schmalen Weg, der am Stadttor begann.. Der Abriss war im Zuge von städtebaulichen Maßnahmen des ganzen Areals beschlossen worden. Das im

Mittelalter um das Kloster entstandene Viertel S. Andrea, das Anfang des 20. Jahrhunderts noch dicht besiedelt war, wurde demnach vollständig abgerissen.

Porta Soprana

Die Porta Soprana war das Stadttor für alle, die aus Osten kommend, in die Stadt wollten. Die so genannte Porta Soprana war für alle, die aus dem Osten kamen, der einzige Zugang zur Stadt. Das Stadttor war auf dem höchsten Punkt der Ebene Colle di S. Andrea errichtet worden, dessen Name vom gleichnamigen Kloster stammt, das im 19. Jahrhundert abgerissen wurde, um Platz für die Via Dante und das herrschaftliche Gebäude zu machen, in dem heute die Banca d‘Italia untergebracht ist. Auf den hohen Türmen, die das Stadttor einfassen, erinnern zwei lateinische Inschriften an den Ruhm Genuas, die dem Besucher der Stadt folgendes mitgab: „Ich werde von Soldaten beschützt, von dicken Mauern umschlossen und wehre mit meinen hohen Werten die Wurfspieße meiner Feinde ab. Wenn du in Frieden kommst, nähere dich gerne diesem Tor, wenn du aber Krieg anzetteln willst, wirst du traurig und besiegt von dannen ziehen.

Besuchen Sie für Informationen zu Preisen und Öffnungszeiten die Website des Monuments.

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