Kreuzschifffahrtsterminal - einmal hin und zurück: ein kurzer Stadtrundgang, nicht nur für Kreuzfahrtteilnehmer

Sie sind Teilnehmer einer Kreuzfahrt und ihr Schiff legt in Genua an? Sie haben nur wenige Stunden Aufenthalt, bevor Sie schon wieder ablegen, um den nächsten Hafen anzulaufen, aber Sie würden trotzdem gerne die Stadt sehen, in der Christoph Kolumbus geboren wurde und in der sich die flächenmäßig größte Altstadt Europas befindet? In diesem Fall schlagen wir Ihnen einen Rundgang vor, der Sie direkt ins Herz der Stadt führt – ein Rundgang, der nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, aber der Sie bestimmt beeindrucken wird und in Ihnen sicher die Lust weckt, Genua erneut zu besuchen, um diese interessante Stadt noch besser kennenzulernen.

Nachdem Sie Ihren Ankunftsterminal hinter sich gelassen haben, folgen Sie erst der Via Alpini d’Italia und dann rechts der Via Gramsci, um so nach wenigen Minuten auf das Galata Museum – das größte Meeresmuseum des Mittelmeerraumes – zu treffen. Wenn Sie dann die Via Gramsci weitergehen, kommen Sie zum berühmten Alten Hafen, der 1992 von dem Stararchitekten Renzo Piano komplett neu gestaltet wurde. Sie stehen nun auf einem beeindruckenden großen Platz, wo sich einige der bedeutendsten Attraktionen der Stadt befinden, wie z.B. das Aquarium, der Panorama-Aufzug Bigo und die Biosfera.

Überqueren Sie die Piazza Caricamento und bevor Sie in die geheimnisvolle Atmosphäre der Altstadt eintauchen, bleiben Sie einen Moment in der Via della Mercanzia stehen, vor den großartigen Malereien, die sich auf der Fassade des Palazzo San Giorgio, dem ehemaligen Sitz der ersten Bank Europas, befinden und San Giorgio zeigen, wie er einen Drachen tötet.

Machen Sie jetzt einen kleinen Abstecher zu der ganz in der Nähe gelegenen Piazza Banchi, wo einst Bänker ihre Wechselstuben im Freien hatten. Um den Bänkern die Möglichkeit zu geben, ihren Aktivitäten in schützenden Räumlichkeiten nachzugehen, wurde im 16. Jahrhundert nach Anleitung des Architekten Andrea Cerasola, genannt „il Vannone”, die Loggia della Mercanzia erbaut, in der im Jahr 1855 die erste Handels-und Devisenbörse ihren Sitz hatte. Auf der Piazza Banchi können Sie auch die recht ungewöhnliche Kirche San Pietro in Banchi bewundern, die über mehreren Geschäften erbaut wurde.

Wenn Sie den Düften der unter Arkaden verlaufenden Straße Sottoripa folgen, in der sich zahlreiche Restaurants, Imbisse und Geschäfte befinden, kommen Sie direkt zur Via San Lorenzo und der gleichnamigen imposanten Kathedrale Genuas – ein Meisterwerk gotischer Kunst mit Grundmauern aus der Romanik. Im rechten Seitenschiff befindet sich eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg, die in das Dach der Kathedrale einschlug, aber glücklicherweise nicht explodierte. Der wertvolle Domschatz wird in einem an die Sakristei angrenzenden Museum aufbewahrt.

Es lohnt sich auch, die nur wenige Schritte entfernte Kirche Gesu  zu besuchen. In den barocken Innenräumen befinden sich wertvolle Gemälde von Rubens und Guido Reni.

Begeben Sie sich nun in die Salita Pollaiuoli und gehen Sie geradeaus weiter bis zur Kirche San Donato – ein wahres Juwel aus der Romanik. Die Kirche wurde im 11. Jahrhundert in Zeiten sowohl wirtschaftlichem wie auch politischem Aufschwung erbaut und zu einem späteren Zeitpunkt noch erweitert. Ganz besondere Beachtung ist dem achteckigen romanischen Glockenturm und den aus dem 18. Jahrhundert stammenden Verzierungen mit der Colomba dello Spirito zu schenken. Im Inneren der Kirche kann man das Gemälde der Vergine con il Bimbo von Nicolò da Voltri, sowie das wundervolle Triptychon Adorazione dei Magi aus dem Jahr 1515 von dem flämischen Maler Joos van Cleve bewundern.

Nehmen Sie jetzt die breite Straße Sant’Agostino, um so über die Via Ravecca die berühmte Porta Soprana zu erreichen. Dieses Tor, das den Zugang zur Stadt von Osten her ermöglichte, war einst Teil der Mauern, die gegen die Expansionspolitik des Kaisers Friedrich I., genannt Barbarossa, errichtet wurden. Ganz in der Nähe befindet sich auch das Geburtshaus von Christoph Kolombus, 1684 von den Franzosen zerstört und Ende des 17. Jahrhunderts auf den Resten wieder aufgebaut. Gegenüber erhob sich einst das alte Benediktinerkloster Sant’Andrea, von dem heute nur noch der schöne Kreuzgang, ein Juwel romanischer Architektur, zu bewundern ist.

Setzen Sie Ihren Rundgang in der Via Dante fort und erreichen Sie so nach wenigen Minuten die Piazza de Ferrari, den Hauptplatz der Stadt, der von dem imposanten Bronzebrunnen von Vergagni dominiert wird. Von hier können Sie einen Blick auf den eindrucksvollen Platz des Palazzo Ducale, einst Sitz der Dogen, werfen. Vom Inneren des Palazzo Ducale gelangt man auf den Turm Grimaldina, von wo aus man einen herrlichen Blick über die Stadt genießen kann. Auf der Piazza De Ferrari befinden sich ebenfalls das Reiterdenkmal von Garibaldi und das beeindruckende Opernhaus Carlo Felice.

Nehmen Sie jetzt die Via XXV Aprile, und gelangen Sie dann nach nur wenigen Schritten in die prachtvollste und eleganteste Straße Genuas: die Via Garibaldi, früher Strada Nuova. In dieser Straße befinden sich einige der bedeutendsten Palazzi dei Rolli, antike Wohnsitze adeliger Genuesen, die einst Könige, Prinzen, Botschafter und andere wichtige Reisende beherbergten. Seit 2006 gehören diese Palazzi dei Rolli zum Weltkulturerbe der UNESCO. Besonders hervorzuheben sind der Palazzo Bianco, der Palazzo Rosso und der Palazzo Tursi, die zusammen den Museumspol der Strada Nuova bilden. Es handelt sich hierbei um prachtvolle antike Wohnsitze, in deren Inneren sich zum Teil noch das ursprüngliche Mobiliar befindet und wo man Säle mit herrlichen Fresken und wertvollen Gemälden, u.a. von Guercino, Rubens, Van Dyck, Caravaggio und Strozzi bewundern kann.

Am Ende der Via Garibaldi folgen Sie erst der Via Cairoli und dann der Via Bensa, bis zur Piazza della Nunziata, wo sich die wunderschöne Kirche Santissima Annunziata del Vastato befindet. Nehmen Sie nun die Via Balbi, in der Sie weitere Palazzi dei Rolli bewundern können, wie den Palazzo Reale, einst offizieller Wohnsitz der Savoyen, mit einem reichhaltigen Mobiliar und Gärten mit Blick auf den Hafen.

Gehen Sie jetzt in die Via Doria, wo Sie auf die Villa del Principe treffen, ein herrlicher Wohnsitz der für Andrea Doria erbaut wurde und der von einem traumhaften Garten - ein herausragendes Beispiel italienischer Gartenkunst - umgeben ist. Von diesem wunderschönen Garten blickt man auf den Hafen und den Kreuzschifffahrtsterminal, wo unser Rundgang begonnen hat.

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