Rundgang: Kleine Schritte in Genua

Wir beginnen unseren Rundgang im Westen, beim Bahnhof Principe. Die erste Geschichte, die wir euch erzählen wollen, ist die der Pilger, die nach Genua kamen, um von hier aus ins Heilige Land zu gelangen und die Orte zu besuchen, an denen Jesus lebte. Während sie auf die Schiffe warteten, blieben sie in der Kommende von Prè, die heute ein Theater und Museum ist, wo euch Pilger, Ritter und Seefahrer ihre Abenteuer erzählen.

Wenn euch die Geschichten der Seefahrer gefallen, ist das Galata Meeresmuseum der richtige Ort für euch: Schiffe, Seefahrer, Matrosen und Entdecker begleiten euch durch die Jahrhunderte der Geschichte Genuas. Ihr könnt ausprobieren, wie es sich anfühlt, auf einer Galeere oder einer Brigantine zu stehen, ein Schiff durch einen Sturm zu führen oder zu erfahren, wie sich die Flottenschiffe Genuas im Laufe der Jahrhunderte verändert haben.

Hier angelangt, könnt ihr durch die Stadttore Porta di Santa Fede oder Porta dei Vacca in das Labyrinth der caruggi (Gassen) eintauchen oder am Meer entlang weitergehen. Wenn ihr durch das Tor schreitet, das fast tausend Jahre alt ist, trefft ihr auf einen Platz mit einem Brunnen. Dort wohnte die reiche Familie der Vacca oder Vacchero, die sich des hohen Verrats gegen die Republik schuldig machten. Zur Strafe wurde ihr Adelssitz zerstört und stattdessen ein Brunnen erbaut. Eine Inschrift erinnert an diese Geschichte und mahnt jedermann die Taten der Vacchero nicht nachzuahmen.

Wenn ihr hingegen unten am Meer geblieben seid, seht ihr schon von weitem das Aquarium von Genua, in dem mehr als 15.000 Tiere leben, die zu mehr als 400 Arten Fischen, Säugetieren, Reptilien, Lurche und Vögel gehören. Auf einer Entdeckungsreise der Bewohner von Land und Wasser könnt ihr alle Lebensräume dieser Erde kennenlernen.

Am alten Hafengelände gibt es aber noch mehr für die Kinder: die Città dei Bambini (Stadt der Kinder),wo Kinder zwischen 2 und 12 Jahren spielerisch Wissenschaft und Technologie entdecken können, die Jugend- und Kinderbibliothek De Amicis, das Museum Luzzati, das Ausstellungen und Workshops beherbergt, die euch Zeichner und Illustratoren aus der ganzen Welt vorstellen. Das Museum befindet sich am Tor Porta Siberia, von wo aus einst die Lebensmittel in die Stadt gelangten.

Bevor ihr den Alten Hafen verlasst und falls ihr nicht an Höhenangst leidet, könnt ihr mit dem Panoramaaufzug Bigo in 40 Metern Höhe einen wundervollen Blick auf die ganze Stadt genießen.

Ein weiterer Aussichtspunkt ist die Esplanade Spianata Castelletto, die auch bequem durch einen Aufzug erreichbar ist. Genua liegt steil am Berg und die Genuesen bauten daher viele Aufzüge und Seilbahnen, die hier wie Stadtbusse funktionieren, um auf die Hügel zu gelangen ohne ins Schwitzen zu geraten! Stellt euch vor: Ein bekannter Poet dachte, dass der Aufzug von Castelletto der Weg ins Paradies wäre! Die Aussicht muss dann wohl wirklich sehenswert sein, oder?

Wieder zurück aus Castelletto, gelangt ihr in Via Garibaldi, welche die Genuesen aufgrund ihrer herrlichen Paläste Strada Nuova (Neue Straße) oder Strada Aurea (Goldene Straße) nennen. In Palazzo Rosso oder Palazzo Bianco könnt ihr prunkvolle Möbel, goldene Dekorationen und die Porträts der Edelmänner und Prinzessinnen in ihren schimmernden Kleidern bewundern. Diese Paläste sind so schön, dass die Unesco (eine wichtige Organisation, die sich in der ganzen Welt um Kultur kümmert) beschlossen hat, ganze 42 von ihnen in die Liste des Weltkulturerbes einzutragen und sie damit als einen Schatz für die gesamte Menschheit zu deklarieren.

In Genua gibt es auch ein Schloss, das Castello D’Albertis heißt. Um es zu erreichen, muss man wieder einen Aufzug von Via Balbi aus nehmen, der sehr speziell ist. Er beginnt die Fahrt horizontal wie ein Zug und fährt ab der Hälfte vertikal wie ein Aufzug weiter. Das Schloss hat viele Türme, Giebel, geheime Gänge und einen großen Park mit Blick auf die Stadt. Innen befindet sich ein Museum, das den weit entfernten Völkern der Erde gewidmet ist.

Da wir von Türmen sprechen: In der Stadt gibt es einen schaurigen Turm, die Torre Grimaldina, im Palazzo Ducale, wo einst das Gefängnis der Republik Genua war und wo die Personen, die sich gegen den Staat verschworen, eingesperrt wurden! Brrrrr...

Wer ist der bekannteste Genuese der Welt? Aber klar: Christoph Kolumbus! In Genua könnt ihr sein Geburtshaus beim Stadttor Porta Soprana besichtigen!

Jeder Seemann braucht auch einen Leuchtturm, der ihn sicher nach Hause bringt. Im Museum des Leuchtturms von Genua, der seit dem Mittelalter die Schiffe sicher in die Stadt geleitet, zeigen euch Kurzfilme und Installationen die Geschichte des Hafens.

Aber nach all diesen kulturellen Besichtigungen braucht es auch ein bisschen Zeit zum Spielen und Herumtollen: Zum Glück gibt es dafür die vielen wundervollen Parks!

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